Digitale Komposition: Nachts im Wald

Nachts im Wald sieht die Welt wieder anders aus. Man denkt es würde alles schlafen und ruhen aber weit gefehlt. Wenn die Dunkelheit hereinbricht erwacht, so erwacht der Wald in einem ganz anderen Form die man sonst so kennt. Wer vielleicht einmal Nachts tief im Wald unterwegs war, der hat vielleicht schon einmal Lichter in weiter Ferne gesehen? Sind es vielleicht  Kobolde?  Feen? oder gar Waldgeister die ihr Unwesen dort treiben? Nein es sind Schnecken die mit ihren Scheinwerfern sich den Weg über den Waldboden bahnen!

Natürlich ist das Quatsch was ich da schreibe. Es war nur die Idee die ich hinter dem neusten digitalen Compositing verfolgt habe. Vor kurzem habe ich eine Schnecke fotografiert und eines dieser Bilder als ein Stock-Bild  veröffentlicht. Dabei kam mir schon der Gedanke,  dieses Schnecken Bild selber für ein Projekt zu verwenden. Die anderen Bilder für das Projekt waren auch schnell zusammen gesucht. Ein Wald Hintergrund und ein Bild von einem  Pilz, fertig. Bei dem zusammenstellen der Bilder kam mir dann immer weitere Ideen, was ich machen möchte. Das ist bei mir immer so, dass sich die Ideen mit der Bearbeitung des Bildes mit entwickelt. Daher kann es auch sein, dass ich Vorstellungen die ich am Anfang hatte, wieder verwerfe und neue Ideen ausprobiere und integriere.

Aus einem eher psychodelischen Look ala Alice im Wunderland, dass ich am Anfang des Projektes geplant habe, entschied ich mich dann doch um. Das Ganze sollte eine Nachtszene ergeben mit dem Schwerpunkt der Illumination. In ein paar wenigen Schritten wandelte ich den Hintergrund, mittels Photoshop, in eine Nachtszene um. Dies geht wunderbar mittels einer Tonwert-, Schwarzweiß, und der Color Lookup Ebene. So kann man mit wenigen Handgriffen eine Tag-Szene in eine Nacht-Szene umwandeln. Das Folgende Bild zeigt den vorher und Nachher Unterschied.

Umwandlung von einer Tagszene in eine Nachtszene
Umwandlung von einer Tagszene in eine Nachtszene

Auf dieser Grundlage baute ich dann das gesamte Bild auf. Aus meiner eigenen Stockbilder Sammlung verwendete ich noch einen Pilz, welchen ich dann  freigestellt habe und in dem Bild platziere. Die Schnecke hatte ich schon vorher freigestellt und so konnte ich sie ohne weiteres auf dem Pilz in das Bild integrieren. Der Rest war dann nur noch Fleißarbeit. Masken verbessern, Farbeinstellungen vornehmen, Schatten und Schattierungen reinmalen um die Objekte in das Bild zu integrieren. Wer wissen will wie das geht, der kann gerne mal auf meinem YouTube Kanals vorbei schauen. Dort habe ich einige Videos zu diesem Thema produziert.

Als dies erledigte wurde habe ich die FX, also die Effekte, in das Bild hineingemalt. Wie ich schon erwähnte habe, kamen mir während der Bearbeitung,  verschiedenen Ideen zu dem Bild. Da das Projekt im Themenbereich Fantasie bzw. Surreales lag, entschied ich mich, dass die Schnecke Scheinwerfer bekommen sollte. Also malte ich diese in das Bild hinein. Bei dem Vorher Nachher Vergleich, kam mir eine andere Idee, dass man die Scheinwerfer auch an und aus schalten könnte. Daher bastelte ich dazu ein animiertes Gif, welches auch gut den Unterschied zeigt, wie gemaltes Licht auf das Bild wirken kann.

Animiertes Gif von den Scheinwerfern der Schnecke
Animiertes Gif von den Scheinwerfern der Schnecke

Manchmal muss auch sowas sein um nicht zu sehr verkrampft an der Arbeit zu sitzen. Ach ja, das Dach auf dem Schneckenhaus hatte ich auch noch drauf gesetzt, um dem Flair von Fantasie / Surrealem noch etwas mehr Ausdruck zu geben. Das eigentlich schwierigste an dem ganzen Bild, war das Dach. Dies richtig auf das Schneckenhaus zu setzen, so das es auch von der Flucht her passt, war doch etwas mühseliger als gedacht . Dem restlichen Schneckenhaus verpasste ich dann noch eine Steintextur, damit es doch etwas Struktur bekam. Die glatte Oberfläche von dem originalen Schneckenhaus sah dann mit dem Dach doch etwas komisch aus.  So wurde das Dach dann auch richtig richtig in das Bild integriert und der etwas komisch wirkenden Übergang verschwand. Wenn schon ein Haus dann ein richtiges aus Stein!

Der Rest war dann nur noch eine Effekt Sache wie Schattierung, D&B, Weichzeichner und vieles mehr, damit es dann den finalen Look bekam. An diesem digitalen Compositing saß ich ungefähr 8h-9h, über ein Wochenende verteilt. Wie ich schon im vorherigen Absatz geschrieben habe, war die größte Herausforderung, das Dach mit dem Fenster (was auch am meisten Zeit in Anspruch genommen hatte). Wenn euch das Bild gefallen hat, so könnt ich auch gerne mal meine andere digitalen Compositionen mit Photoshop, hier auf meinem Blog, anschauen. Zu guter Letzt gibt es natürlich noch das finale Resultat “Nachts im Wald” zu bewundern.

Digitale Kompositing: Nachts im Wald
Digitale Kompositing: Nachts im Wald