Merkurtransit 9.5.2016

Merkurtransit 2016 16:58Uhr

Es war mal wieder soweit, dass ein seltenes astronomische Ereignis statt fand und diesmal war es der Merkurtransit. Dieses Ereignis ist sogar noch seltener auf der Erde zu beobachten als eine Sonnenfinsternis. Diesmal konnte man diesen sehr gut von Deutschland aus beobachten. Nur ein paar Wolken trübten die Aussichten doch ein wenig. Gegen später zog das Wolkenband dann doch noch zu, so dass ich von meinen Standpunkt aus, die letzten drei Stunden des Transits nicht beobachten bzw. dokumentieren konnte.

Ein paar Fakten zu dem Merkurtransit

Eigentlich ist es ja nichts ungewöhnlich, das der Planet Merkur alle ungefähre 88 Tage unseren Heimatstern die Sonne umrundet. Die Planeten Konstellation nun mal wieder so, dass der Planet Merkur, die Erde und die Sonne sich auf einer optischen Linie befindet. Dies ermöglicht,  man von der Erde aus den Transit des Merkurs um die Sonne beobachten kann. Das kurze Zeitfenster für diese Beobachten betrug sieben Stunden, was aus der Astronomischen Sicht her doch recht kurz ist. Für uns auf der Erde ergab sich aber doch viel Zeit, den Merkur mit Hilfe eines Teleskop zu beobachten. Der nächste Merkurtranist ist hier in Deutschland im Jahr 2032 wieder zu sehen.

Es mag für den einen oder anderen etwas unspektakulär erscheinen, da der Merkur nur als Stecknadelkopf großer Punkt auf der Sonne zu erkennen ist. Aber es gibt einen sehr guten Einblick wie groß die Sonne überhaupt ist und welche Dimensionen das Universum an sich hat.  Dies zeigt für mich, wie klein wir im Prinzip doch sind.

Für meine Aufnahmen verwendetet  ich ein 300mm Objektiv an einer Canon 70D . Mit dieser Kamera konnte ich den ASP-C Cropfaktor von 1,6 für eine zusätzliche Vergrößerung mit verwenden. Umgerechnet auf das Kleinbild Format hatte ich dann eine effektive Brennweite von 480mm. Dies hat dann auch  sehr gut ausgereicht um die Sonne und den Merkur fotografieren zu können. Mittels Photoshop musste ich den Bereich natürlich noch zurecht schneiden um einen größeren Bildausschnitt zu erhalten.

Wichtige Aspekte die man bei der Aufnahme berücksichtigen muss

Was unbedingt wichtig ist und auf gar keinen Fall nicht gemacht werden darf ist direkt in das Sonnenlicht zu blicken! Egal mit bloßem Auge oder mit einem Objektiv, Fernglas oder Teleskop! Dies führt definitiv zur Erblindung was auch nicht mehr reparabel ist. Das ganze wirkt durch Objektive usw. wie ein Art Laser, weil das Licht gebündelt wird und die Netzhaut im Auge versenkt bzw. verbrannt wird.  Wenn man die Sonne fotografieren möchte, so sollte man sich eine spezielle Sonnenfilter Folie besorgen! Meine Folie, die ich für die Aufnahmen verwendet habe, ist von Baader Planetarium und speziell für Objektive geeignet. Für eine Din A4 Folie, mit dem ND Faktor von 5, zahlt man um die 30€. Dazu kann man sich noch selber eine Halterung bauen (Anleitung ist mit der Folie beigelegt) oder man kann sich auch so eine fertige Halterung kaufen.

Die Folie sollte mit sehr viel Sorgfalt behandelt werden und auf keinen Fall beschädigt werden! Sonst kann ein kleines Loch euren Kamera Sensor beschädigen. Wenn die Folie vor dem Objektiv montiert ist, so solltet ihr auch nicht direkt durch den Sucher schauen sondern nutzt die LiveView Funktion eurer Kameras. Diese Folien sind zwar für Objektive geeignet aber nicht für die Augen, wie ihr es vielleicht von den Sonnenfinsternis-Brillen her kennt. Euer Augenlicht ist wichtiger als irgend ein Bild! Mit dem LiveView und der Zoomfunktion kann man zudem sehr gut manuell die Sonne fokussieren. Das der Autofokus in so einer Situation nicht wirklich funktioniert, sollte jedem selber klar sein. Desweiteren muss die Kamera auf ein Stativ montieren, sonst klappt das mit dem manuellen fokussieren auch nicht . Bei meinen Aufnahmen habe ich zwischen einer Blende 8 und 11 variiert und die Belichtungszeit so eingestellt, dass  die Sonne nicht überstrahlt. Für die Aufnahme habe ich das RAW Format gewählt, um so bei der Nachbearbeitung der Bilder genügend Spielraum zu haben, falls die Aufnahme doch zu hell oder zu dunkel wurde.

Ein anderes Phänomen trat noch auf

 Halo Effekt
Ein Halo Effekt am Himmel

Neben dem Transit bemerkte ich zufällig noch einen Kreis um die Sonne herum. Es war ein Halo Effekt den ich noch zusätzlich fotografieren konnte. Leider konnte ich nicht sehen ob es ein Kreisrunder war, da die örtlichen Gegebenheiten mir nur einen Blick auf den unteren Teil gewährt haben. Die Bilder mussten auch schnell gehen, da der Halo Effekt schnell wieder verschwunden war. Aber trotzdem konnte ich noch den unteren Teil noch dokumentarisch festhalten.

Wie Anfangs schon geschrieben konnte ich die letzten drei Stunden bei dem Merkurtransit nicht dokumentieren, da die Sicht durch die Wolken versperrt war. Dafür habe ich den Anfang, also Eintritt in die Sonnenscheibe und den Mittelpunkt der Überquerung festhalten können.