Matte Painting – An der Küste

Die Küste – Matte Painting

Matte Painting wollte ich schon immer mal probieren. Einige Photoshop Compositings hatte ich ja schon erstellt, aber so ein richtiges Matte Painting schob ich immer vor mir her. Nach nun gut drei konsumierten Video Trainings zu diesem Thema, setze ich mich nun endlich mal hin und versuchte so ein Bild mit Photoshop zu erstellen.

Die Idee hinter dem Matte Painting Projekt

Nicht nur der Wille ist wichtig um ein Bild zu erstellen, sondern auch die Idee und auch die richtigen Stock Ressourcen dafür. Am schwersten finde ich immer, für eine Idee die richtigen Bilder zu finden. Meine Vorgehensweise dabei diese, dass ich mir erst ein grobes Konzept erarbeite und danach mir verschiedene Stock Bilder anschaue. Während des durchschauen bastel ich mir dann gedanklich die Szene zusammen. Klar sollte man sich auch vorher ein Thema ausdenken. Ob man nun Themen aus den Kategorien Dark Art, Science Fiktion, Fantasy usw. nimmt,  es gibt genug Bereiche die man dann für sein Matte Painting Projekt benutzen kann. Für mein Projekt hatte ich mich für den Bereich Fantasy und Mittelalter entschieden.

Ganz klassisch und kitschig, hatte ich mir grob eine Szene am Meer überlegt, mit einer tiefstehender Sonne. Wer sich jetzt fragt, ob dies nun eine aufgehende oder untergehende Sonne ist, der soll es einfach seiner Fantasie überlassen. Auf alle Fälle sollte viel weiches und helles Licht die Szene beleuchten.

Die Techniken hinter dem Matte Painting Projekt

Wer die Erklärung auf Wikipedia zu dem Matte Painting gelesen hat, der weiß ja jetzt um was für eine Technik es hier nun geht. Im Prinzip ist es nichts anders als ein Compositing, wie man es sonst so kennt. Der Unterschied ist aber in  der Verwendung und in der Darstellung. Matte Painting Bilder nimmt man  für Hintergrunds Szenen wie zum Beispiel bei Filmen oder wie auch bei Kinoplakaten. Bei Filmen setzt man man oft ein, wie bei der Blue Screen oder Green Screen Technik wo in den “gemalten” Hintergrund beispielsweise Menschen integriert werden. Also im Prinzip ist alles gleich (zu einem Compositing), nur der Verwendungszweck ist manchmal doch ein anderer.

Für diese Projekt habe ich mir, wie bei meinen anderen Compositings auch, verschiedene Stock Bilder heraus gesucht. Meine Wahl, wo ich gerne Bilder heraussuche, fiel auf die Seiten CGTextures und natürlich Deviantart. Bei Deviantart bin ich selber selber als Stock Image Provider aktiv und ein Blick auf meine Seite wär sicherlich nicht falsch. Wenn man alle Bilder gefunden hat, sollte man diese in einen eigens angelegten Ordner hinein verschieben, so dass man ein gute Übersicht hat, was man alles vielleicht verwenden möchte. Danach geht die Standard Prozedur weiter. Die Bilder in Photoshop laden, freistellen, ein großes leeres Dokument in Photoshop erstellen und dann die einzelnen Stock Bilder zu einem Werk zusammenführen. Im Prinzip eigentlich ganz einfach.

Die Tücken bei einer Matte Painting Composition der einzelnen Bildern

Die Tücken liegen in den Details. Man muss also immer aufpassen, dass

  • die Perspektive und Proportionen stimmen
  • Lichter und Schatten korrekt gesetzt sind
  • die Übergange der einzelnen Bilder sauber gestaltet sind
  • sich keine Texturen sich offensichtlich wiederholen

Daher sollte man sich gleich am Anfang einen Plan machen und genau festlegen, woher das Licht kommt. Fluchtlinien helfen dabei einem sehr gut, um   die Perspektive  der einzelnen Elemente korrekt dar stellen zu können. Diese zeichnet  man am Besten auf eine leere Ebene und diese positioniert man immer ganz oben von den einzelnen Ebenen in Photoshop. Mit dem Augen Symbol kann man immer wieder diese Ebene einblenden und wieder ausblenden lassen, So kann man immer wieder kontrollieren, ob die Perspektive noch stimmt.

Die korrekte Perspektive zu finden, ist in manchen Fällen immer eine kleine Herausforderung und man kann sich sehr schnell vertun. Daher sollte man auch mal das Bild ruhen lassen und später nochmals drauf schauen, ob es wirklich passt. Falls dann was nicht stimmt, kann man es immer noch korrigieren. Man wird nach einer gewissen Zeit einfach Blind für sowas und verliert den Überblick. Man starrt zu lange auf den Monitor die Augen werden zu sehr angestrengt und dann lässt auch die Konzentration nach. Daher sind Pause zwischen den Arbeiten sehr zu empfehlen.

Die Verwendung von Dodge ‘n Burn ist auch ein gutes Mittel um Lichter und Schatten besser steuern zu können. Mit dieser Methode kann man doch recht schnell und einfach Schatten erzeugen oder eine gewisse Plastizität durch Helligkeit und Tiefe erzeugen. Wer schon Beauty Retusche kennt, der wird auch sicherlich mit der Dodge ‘n Burn Technik vertraut sein. Im Prinzip kann man diese Technik in jedem Bild (auch Fotografien) einsetzen und die Tiefen und Lichter besser zu gestallten.

Eine Retusche sollte man auch immer dann einsetzen wenn gewisse Dinge schnell korrigiert werden sollen, als wenn man das über eine Ebenen Maske erreichen könnte. In diesem Projekt habe ich auch bereich retuschiert, die mich gestört haben. Bei der Brücke gab es zum Beispiel Treppen die ich entfernt habe, weil sie nicht in das Bild hinein gepasst haben. Dafür habe ich eine leere Ebene genommen und das Stempel Werkzeug. Eigentlich war das Stempel Werkzeug nicht wirklich meine erste Wahl, wenn es um das Retuschieren geht, aber gerade bei Texturen (die Turmmauer) eignet sich diese Werkzeug sehr gut. Bei dem Stempelwerkzeug sollte man aber aufpassen, dass man keine ständige Wiederholungen in den Texturen bekommt. Daher sollte man immer einen anderen Bereichen mit aufnehmen, den man klonen will. Eine unregelmäßige Textur wirkt natürlicher als ein sich ständig wiederholendes Muster.

Um die Übergänge der einzelnen Bilder sauber hin zubekommen, empfiehlt sich es sich als aller erstes, die verwendeten Stock Bildern erstmals sauber frei zu stellen. Man erspart sich dann sehr viel Mühe und Nacharbeitung um saubere Kanten hin zu bekommen. Der Rest sollte man dann mittels Ebenen Maske so überblenden, das es einen harmonischen Übergang gibt. Auf meinem YouTube Kanal zeige ich in verschiedenen Tutorials, wie man solche Techniken in Photoshop anwendet. Schaut einfach mal hinein und abonniert mich doch, es werden noch weiter Themen zum Thema Bildbearbeitung erscheinen.

FX – Die Effekte beim Matte Painting

Nichts geht über spektakuläre Effekte. Sei es im Film oder auf Bildern. Es muss immer einen “AHA” Effekt geben um eine Wirkung in dem Bild zu erzeugen (oder auch Film). Was wäre Star Wars ohne Special Effekts? Genau langweilig. Was wäre ein Sonnenuntergang ohne die ganzen Farben? Wenn nur der gelbe Feuerball (wissenschaftlich auch genannt Sonne oder Sol) nur einfach so untergeht? Genau auch langweilig!  Daher sollte man doch immer schauen, eine gewisse Stimmung in das Bild hinein zu bekommen. Wie macht man Besten eine Stimmung? Logisch, mit Licht und Schatten. Daher sollte man sich schon vorab für sein Projekt überlegen, was man nun machen will.  Man sollte sich  vorab schon einen Plan machen,  indem man zum Beispiel festlegt, ob man vielleicht einen Sonnenaufgang will,  normales Tageslicht, eine Abendstimmung oder eine Vollmondnacht darstellen möchte. Damit bekommt ihr einfach eine bessere Vorstellung was ich da genau machen wollt. Aber glaubt mir, man entscheidet sich oft noch währen der Bearbeitung um. Das macht aber nichts, wenn es am Ende dann  besser ausschaut, dann macht ändert es einfach anders.

Die Effekte macht man Besten immer am Schluss, genau dann wenn man auch all die Farbanpassung des Bildes vornimmt. Damit erreicht ihr eine Bessere Abstimmung der jeweiligen Farben. Bei meinem Bild habe ich die Sonne im letzten Bearbeitungsblock reingemalt. Nachdem ich im Vorfeld schon festgelegt habe, wie der Lichteinfall nun sein wird, konnte ich auch dann auch die verschiedenen Tonwerte richtig an anpassen. Also die Töne abdunkeln die im Schatten liegen und  die aufhellen die im Licht sind. So könnt ihr auch euer Bild recht gut “steuern” und den Betrachter auf eine Szene lenken. Was hell ist wird vom Auge eher wahr genommen, als das was im Schatten liegt. Als kleiner Tipp von mir. Wenn mann Schatten erzeugt sollte man auf einen weichen Verlauf schauen, denn dies fügt sich immer besser in ein Bild ein, als wenn man harten Kanten hat und nur reines Schwarz als Schatten.

Dynamik – verhilft dem Matte Painting Bild zu einer gewissen Lebendigkeit

Als ich mit dem Composting und dem ganzen Effekten fertig war, stand ich vor einem Problem. Das Bild fühlte sich nicht wirklich lebendig an, es fehlte einfach die Dynamik. Bei manchen Bildern kann man diese zum Beispiel mit einer Bewegungsunschärfe an einem Objekt kompensieren oder wenn man eine Person mit in das Bild bringt.  Die erste Überlegung war diese, ein Schiff links von dem Schloss zu platzieren. Das Grundsätzliche Problem war dieses, ein geeignetes Schiff zu finden. Nachdem ich ein Bild gefunden hatte und dieses um Test in das Bild platzierte, hatte ich diese Idee sofort wieder verworfen. Das Schiff wirkte jetzt nicht wirklich so toll und es war auch es hat nicht in die Szene gepasst. Dann kam mit die Idee, dass man ja an der Küste ist. Was gibt es an der Küste? Genau, Vögel! Lösung gefunden – Problem gelöst. Die Vögel haben dem Bild die nötige Dynamik verliehen, die ich noch darin haben wollte. Die Vögel waren ein  Photoshop Brush und haben sich daher auch sehr schnell in das Bild integrieren lassen, ohne freistellen oder Anpassung der Farben. Manchmal kann eine Lösung doch sehr einfach sein. Man muss einfach nur in die Szene hineindenken und überlegen was es dort alles geben kann. Ein gewisser Grad von Fantasie und Kreativität gehört einfach bei solchen Bildern dazu.

Wie heißt es so schön? Übung macht den Meister. Genau das muss man immer wieder verinnerlichen. Mit meinem ersten Matte Painting Projekt bin ich eigentlich so recht zu frieden. Es gibt paar Dinge die mich noch stören, gerade im Bereich Perspektive und in der Anpassung der einzelnen Bildern. Aber dies ist alles nur eine Übungssache. Man muss es einfach nur probieren und auch ausprobieren. Rückschläge gibt es immer und wenn es nicht passt, sollte man auch keine Scheu davor haben, ein Bild nicht zu verwenden. Vielleicht findet man noch andere Bilder die besser passen. In diesem Sinne, viel Spaß bei euren Matte Painting Projekten!

Die Küste – Matte Painting
Die Küste – Matte Painting

Folgende Bilder Ressourcen wurden dafür benutzt:
Flesen: CGTextures http://www.cgtextures.com/
Meer und Hintergrund: simboreshttp://simbores.deviantart.com/art/Peace-501389184
Wolken, Wellen im Wasse, hinterer Schlossturm: vom Marleeensche http://malleni-stock.deviantart.com/
Brücke: HermitCrabStock http://hermitcrabstock.deviantart.com/…/Medieval-bridge-Pon…
Vögel Brushset: thiselectricheart http://www.deviantart.com/art/Bird-Brushes-28021187
Schloss: von meinem Stock Archive
Rest mit Photoshop reingesudelt.

 

Schreibe einen Kommentar