Die Milchstraße

Milchstraße bei 28mm Brennweite

Dieses Jahr habe ich mich doch einmal an das Thema der Astrofotografie gewagt. Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass ich den Mond schon seit Anfang an immer ein Teil meiner Fotografie war. Nun, wollte ich doch noch einen Schritt weiter gehen und den Sternenhimmel bzw. die Milchstraße fotografieren.

Letzen Monat habe ich mit einem befreundeten Fotografen (Matthias Gröner) an

Perseiden Schauer August 2015
Perseiden Schauer August 2015

das Thema gewagt. Der Perseiden-Schauer erreichte Mitte August den Höhepunkt und diese Ereignis nahmen wir als Anlass, uns einmal in dem Bereich Astrofotografie zu wagen. Matthias, der hauptsächlich im Bereich der Tierfotografie unterwegs ist, war auch sehr daran interessiert, sich in diesem Bereich mal weiter zu bilden.

Aller Anfang ist schwer, so ist es auch mit der Astrofotografie. Es ist schon erstaunlich was man alles so beachten muss. So habe ich davor einige Blog Einträge und ein Buch zu dem Thema konsumiert. Auch mit dem Thema bzw. dem Programm Deep Sky Stacking  setzte ich mich auseinander und probierte einige Aufnahmen zu erstellen. Dies war aber eher ein mittelmäßiger Erfolg, da die Luftverschmutzung und Hintergrundstrahlung in den Ballungunsräumen eine wirklich gute Aufnahme verhindert.

Wenn man den Himmel bzw. den Nachthimmel fotografieren möchte, so sollte man doch wohin fahren, wo es wirklich dunkel ist. Etwas weiter weg von Großstädten, also auf das Land, an die Nord- oder Ostsee oder in die Berge verspricht einfach einen besseren Erfolg. Dort gibt es weniger Wärmestrahlung (Hintergrundstrahlung) die eine Nachtaufnahme einfach nur stört.

Milchstraße bei 28mm Brennweite
Milchstraße bei 28mm Brennweite

Eine Lichtstarke Linse (Objektiv) sollte man auf alle Fälle haben. Natürlich sollte es ein Weitwinkel Objektiv sein, um so mehr von dem Himmel mit auf das Bild zu bekommen. Gerade dann wenn man die Milchstraße fotografieren möchte, sollte man ein schauen, das man einem Brennweiten Bereich von 10mm -28mm fotografiert. Alles andere würde den Ausschnitt zu sehr verkleinern und man würde dich Milchstraße nicht mehr ganz in das Bild hinein bekommen.

Wenn man einen ASP-C Sensor hat, so sollte man immer den Crop Faktor von 1,5-1,6 (je nach Kamera Modell) beachten. Oder man hat einen Four-Third Sensor, wie es bei den DSLM Kameras der Fall ist, so sollte man den Faktor 2,0 zu der Brennweite multiplizieren um so die tatsächliche Brennweite (auf Kleinbild Format gerechnet) zu erhalten. Für meine Aufnahme habe ich eine 18-55mm Linse verwendet und mit eine Brennweite von 18mm eingestellt. Effektiv hatte ich aber, durch den Crop Faktor, eine Brennweite von nur ~28mm. Also fehlte mir doch einiges an Brennweite und eine große Fläche ablichten zu können. Aber es sei schon mal soviel gesagt, dass es trotzdem reicht, dass man die Milchstraße fotografieren kann. Nicht wirklich optimal aber es reicht doch.

Wie schon geschrieben, so sollte das Objektiv auf alle Fälle Lichtstark sein. Meine maximale Offenblende von 3,5, bei meinen verwendeten Objektiv, reichte für die bisherigen Aufnahmen völlig aus. Besser ist es aber immer, wenn man die Blende noch etwas öffnen kann. So kann einfach mehr Licht auf den Sensor fallen. Eine Blende von 2,8 bildet dabei eine sehr gute Basis und man findet auch eine große Auswahl an Objektiven, der verschiedenen Hersteller. Das Tokina AT-X 11-16mm f/2,8 Pro DX II Ultraweitwinkelzoom-Objektiv wäre eins meiner  Favoriten, welches ich mir vielleicht noch mit in meine Ausrüstung aufnehmen werde. Aber auch andere Hersteller, haben recht gute Objektive mit in ihrem Portfolio. Ein Vergleich der verschiedenen Hersteller bzw. der Objektive schadet nie etwas. Eine gute Abbildungsleistung sollte neben der Lichtstärke, ein weiteres entscheidendes Kriterium, für dem Kauf sein.

Wer kein Lichtstarkes Objektiv besitzt, der kann auch die ISO Zahl weiter erhöhen. Bei neueren Kamera-Modellen ist es wirklich kein Problem mehr, die ISO Zahl hoch zu stellen. Bei den Milchstraßen Bildern habe ich eine ISO Zahl von 6400 gewählt und die Aufnahme ist völlig ok. Man die Milchstraße erkenne und das ist ja Sinn und Zweck einer solchen Aufnahme. Wer da meint ein scharfes Bild bekommen zu können , den muss ich hier leider enttäuschen. Es gibt Programme wie das Deep Sky Stacking, womit man das rauschen sehr gut herausgerechnet bekommt, aber da muss man dann von einer Stelle mehre Aufnahmen machen und dieses dann miteinander verrechnen lassen. Zudem eignet sich dieses Programm nicht so gut für die Milchstraße.

Bei meinen Milchstraßen Aufnahmen, habe ich aber eine andere Technik angewandt, die man von der Panorama Technik her kennt. Der Stack sollte einen breiteren Blickwinkel von der Milchstraße ermöglichen um so das Defizit in der Brennweite, durch den ASP-C Sensor, zu kompensieren. Dies geht wunderbar, aber man sollte es mit dem gesamten Aufnahmewinkel nicht übertreiben, da man sonst ein sehr verzerrtes Bild bekommt. Es verhält, wie schon geschrieben,  genau so wie wenn man eine Panorama Landschaftsaufnahme erstellt.

Der letzte Punkt, den ich noch ansprechen möchte,  ist das fokussieren. Es geht nur manuell, denn der Autofokus würde nie die weit entfernten Sterne nicht scharf stellen können. Daher muss der Autofokus auf “Manuell” gestellt werden. Versuche dies über den Live View scharf zu stellen wird auch nicht funktionieren, da einfach zu wenig Licht durch kommt um wirklich etwas zu erkennen. Bei meinen ersten Aufnahmen bin ich auch ziemlich verzweifelt, denn ich habe am Anfang keine “scharfe” Aufnahme hinbekommen. Man muss sich doch sehr langsam herantasten, indem man das Objektiv auf Unendlich oder Anschlag stellt, dann eine Aufnahme macht, kontrolliert und dann die Schärfe korrigiert. Wer ein STM Objektiv hat, der ist im Nachteil. Diese haben leider keinen Anschlag mehr und somit ist es doch nochmals ein Tick aufwendiger, die richtige Schärfe einzustellen. Wenn man dann die richtige Schärfe gefunden hat, der sollte darauf achten, dass man ja nicht mehr an den Schärfering am Objektiv heran kommt. Sonst muss man die Schärfe wieder einstellen.

Das man ein Stativ und einen Kabelauslöser für die Aufnahmen verwendet, sollte schon von vorne rein klar sein.

Zum Abschluss noch paar Fakten, wann man die Milchstraße am Besten hier in unseren Breitengraden sieht. Im August und im September, sieht man diese am Besten. Man sollte aber immer beachten, dass es immer stockdunkel sein muss um dieses fotografieren zu können. Jedes Licht,  jede Hintergrundstrahlung stellt einen Störfaktor in der Aufnahme dar. Dies kann man zwar durch Filter kompensieren, aber dies würde ein weiterer Kostenfaktor bedeuten. Solche Spezialfilter sind nicht gerade billig. Um das Zentrum der Milchstraße fotografieren zu können, muss auch der Richtige Zeitpunkt gewählt werden. Zwischen 2 Uhr und 3 Uhr Nachts kann man dann dieses auch auf seinen Aufnahmen ablichten. Meine Aufnahmen entstanden um 23 Uhr und zeigen nur einen Seitenarm des Milchstraße und nicht das Zentrum. Aber nicht nur die richtige Uhrzeit ist wichtig sondern auch der richtige Tag. Der Mond ist nachts die größte Lichtquelle und überstrahlt jede Aufnahme die man von der Milchstraße machen will. Daher muss man solche Aufnahmen immer während der Neumondphase planen. Wenn alles geplant ist und das Wetter auch mit spielt, so sollten solche Aufnahmen kein Problem darstellen!

Milchstraße Nördliche Richtung
Milchstraße Nördliche Richtung f/3,5, 25sek, ISO 6400 , 18mm (28,8 kb)
Milchstraße Südliche Richtung f/3,5, 25sek, ISO 6400 , 18mm (28,8 kb)
Milchstraße Südliche Richtung f/3,5, 25sek, ISO 6400 , 18mm (28,8 kb)

 

 

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