Der Hoya HMC Graufilter NDX8 58mm

Die Wanderung zu den Hörschbachfälle nutze ich gleich um meine neue Errungenschaft zu testen , der Hoya HMC Graufilter NDX8 58mm. Dieser flatterte Samstags, per Post bei mir ein. Also stand der Entschluss dann fest, den Filter an einer Wasserkaskade bzw. Wasserfall zu testen. Die Hörschbachfälle standen schon länger auf der Liste meiner Orte, die ich fotografieren wollte. Also packte ich mein Equipment zusammen und machte mich auf den Weg zu den Wasserfällen bei Murrhardt.

Der Hoya HMC Graufilter NDX8 58mm

Für alle die genau wissen wollen für was ein Graufilter bzw ein Neutraldichtefilter ist und welche Funktion er hat, kann das in dem Folgenden Wikipedia Artikel nachlesen: Neutraldichtefilter .

Hirsau Kloster Brunnen
Brunnen – f/25 A 2,5sek ISO100 18-55mm KIT

 

Den Graufilter nutzte ich, um Bewegungsunschärfe am fließenden Wasser, bei Tageslicht zu erzeugen. Für alle die sich weniger darunter vorstellen können, das Wasser wirkt auf den Aufnahme wie eine Art Nebel. Um dies zu erzeugen benötigt man eine Langzeitbelichtung. Aber man steht schnell vor einer gewissen Problematik. Um diesen Effekt bei Wasser zu erzielen, muss man mindestens eine Belichtungszeit von 0,5 bis 1 Sekunde wählen. Wenn man dies z.B. mit einer angenommen Blende von 5,6 und ISO 100 tut – natürlich bei strahlendem Sonnenschein mitten im Tag – was passiert? Ein überbelichtetes Bild ist das Resultat. Nun man könnte nun sagen man verkleinert die Blende auf z.B. f22 und probiert es damit. Nur gibt es ein Problem, dass ab einer Blende 16, der Bereich der Beugungsunschärfe beginnt (physikalisch bedingt durch die Lichtbrechung). Das Resultat daraus ist eine deutliche Minderung der Abbildungsqualität und zu dem gewünschten Erfolg kommt man auch nicht. Das Folgende Beispiel soll diese Problematik nochmals verdeutlichen.

Das Bild “Brunnen”, soll exemplarisch zeigen, wie eine Langzeitbelichtung ausschauen kann, die bei Tageslicht aussehen kann. Bei der Aufnahme kam der der Lichteinfall von links oben, was die extreme Überbelichtung im linken oberen Rand erklärt. Die Aufnahme wurde mit Objektiv würde das Standard Kit 18-55mm von Canon gemacht. Es wurde dabei eine kleine Blende von f 25 gewählt und eine Belichtungsdauer von 2,5sek. Man sieht an dem Bild „Brunnen“ das man nur ein überbelichtetes Bild bekommt. Selbst wenn man die Blende noch kleiner wählt ergibt sich daraus keine Verbesserung. Abhilfe für die Problematik schafft dafür ein Graufilter, der einfach weniger Licht in die Kamera lässt. Es ist dasselbe Prinzip wie bei einer Schweißerbrille. In meinem Fall nutze ich für die folgenden Aufnahmen den Hoya HMC Graufilter NDX8 58mm der bis zu 3 Blenden abblendet (dunkler macht). Ein kurzes Beispiel: Bei einer eingestellten Blende 5,6 bewirkt der Filter, das der Filter die Lichtmenge, wie mit einer Blende 16 durchlassen würde (3x abgeblendet). Die Belichtungszeit lässt sich also durch den Filter künstlich verlängern, auch wenn man eine offene Blende gewählt hat, ohne dass das Bild überbelichtet werden würde.

Aufnahmen von dem Hörschbachfällen mit dem Graufilter 

 

Langzeitbelichtung Hörschbachwasserfal – f/9, 2,5sek ISO200 mit Stativ

Anhand der Aufnahme Daten der Bilder kann nun man sehen, dass man mit dem Graufilter (bei Tageslicht und einer Blende von f/9), eine Belichtungszeit 2,5s nutzen kann.

Ein weiteres Bild zeigt den Wasserfall bei einer Blende von f/22 und einer Belichtungszeit von 6sek. Hier ist noch anzumerken, dass die kleine Blende gewählt wurde, um die Aufnahmezeit zu verlängern. Der Filter stößt bei einer längeren gewünschten Belichtungszeit schnell an seine Grenzen. Abhilfe dafür wäre ein anderer Graufilter mit einer höheren Dichte.

Hörschbachwasserfall
Langzeitbelichtung Hörschbachwasserfal – f/22, 6sek ISO400 mit Stativ

Durch den veränderten Aufnahmewinkel und Position erkennt man eine Überbelichtung im oberen rechten Bereich des Bildes. Um so etwas zu korrigieren empfiehlt es sich, immer im RAW Format zu fotografieren.

Fazit

Der Hoya HMC Graufilter NDX8 58mm ist sauber verarbeitet, verhakte sich aber am Anfang doch sehr oft beim Abschrauben von dem Kit-Objektiv. Bei meinem Canon EF 50mm 1,4 hatte ich bis jetzt keine Probleme damit. Der Filter gibt die Farben natürlich wieder, ohne dass man einen Farbstich in das Bild bekommt. Er erfüllt seinen Zweck, wenn man Wasser weichzeichnen möchte ganz gut. Man sollte aber nicht gerade mitten im Sommer zur Mittagszeit solche Aufnahmen vornehmen. Er lässt sich auch gut für Landschaftsfotografien einsetzen, wenn man z.B. in Wolken mehr Zeichnung reinbekommen möchte oder mehr Kontrast in den Farben will. Für den Preis von ca. 25€ erhält man einen recht günstigen Filter, der vielseitig einsetzbar ist. Wenn man aber mehr bei Tageslicht Langzeitbelichtungsaufnahmen machen möchte oder über 30s belichten möchte, der sollte zu einem Graufilter greifen, der eine höhere neutrale Dichte besitzt als der Hoya HMC Graufilter NDX8. Der B&W 1000x ND 3,0 wäre so ein Filter mit dem man bei Tageslicht Belichtungen über 1 Minute erstellen kann.

Bilder zu diesem Thema findet man auch auf meinem Blog.

 

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